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Anders als der Artikel über Weingüter in adeligem Besitz ist der Artikel über die Bürgerlichen erheblich weniger „zeitenthoben“. Zwar bemüht sich der Autor, die gleichsam ewigen Werte des Rheingauer Weins zu preisen – in dessen Worten: „wie vor Alters“. Dennoch dringt die Zeitgeschichte an allen Ecken und Enden seines Berichtes ins Bewusstsein des Lesers. Etwa bei den Themen Winzernot, landwirtschaftliche Unrentabilität oder der sozialdemokratischen „Sabotage“. Aktuell ist natürlich auch der Hinweis auf das Weingesetz von 1909, das erstmals die Herkunftsangaben von Weinen schützt. Und natürlich zu den Fortschritten von Weinbau und Önologie durch die Lehranstalt in Geisenheim.
Auch der Bezug auf den „puren Riesling“ ist nicht abstrakt, steht das Konzept doch als „Naturwein“ stark in der zeitgenössischen Diskussion. Gorrenz nennt freilich weder den Begriff noch die Branchenorganisationen des Rheingaus, die ihn damals verteidigten. So die Vereinigung Rheingauer Weingutsbesitzer (Gründung 1898) oder der Verband Deutscher Naturweinversteigerer von 1910, dem auch der Rheingau angehörte und aus dem dann der heutige VDP hervorgehen sollte.
Berühmte Weinkellereien des Rheingaus
– II. Im bürgerlichen Besitz
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Minder einfach als bei dem im Laufe der Jahrzehnte, oft der Jahrhunderte kaum wesentlich veränderten adeligen Besitzstand gestaltet sich die gerechte Verteilung der Weinbauverdienste jener vielen bürgerlichen Kräfte des Rheingaus, der niemals erschöpfender und treffender als mit W. H. Riehls Satz „das Bauernland mit Bürgerrechten“ bezeichnet worden ist. Enthalten doch diese wenigen Worte die ganze einzigartige Kulturgeschichte des Gaues, dessen klare und folgerichtige, aber auch wieder merkwürdige Entwicklung sich in dem Charakter seiner heutigen Bewohner spiegelt, deren fälschlicher Weise oft als eigensinnig bezeichnetes starres Festhalten am Brauch „wie vor Alters“ sich mit einer raschen Anpassungsfähigkeit an alles Neue so überaus glücklich paart.
[Bauernland mit Bürgerrechten]
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So kommt es, dass häufig im Laufe der Zeit der bürgerliche Besitz, der selten wie der umfangreiche adelige die eigentlichen Wurzeln seiner Kraft aus großen anderen Besitzungen oder aus angesammelten Kapitalien trieb, durch Erbteilung und sonstige Ursachen außerordentlich zerstückelt ward. So sehr, dass die vielen neuen Herren – besonders bei den Missernten der letzten Jahre – sich und die ihren als Hofleute im Akkord auf größere Güter verdingen müssen, um nebenbei ihren eigenen kleinen Wingert, der sie nicht mehr nährt, bauen und ihrer Familie erhalten zu können. So kommt es auch, dass die Geschichte, die auf einer Informationsreise dem Wiesbadener Regierungs-Präsidenten erzählt wurde, typisch für die Not, den Stolz und die Sesshaftigkeit der Rheingauer Bürgerbauern ist. Eine Gutsbesitzerin in Rauenthal, deren Weinberge unter den günstigeren Verhältnissen vor 15–20 Jahren noch eine ganz gute Rente abwarfen, schließt sich heute Abend für Abend ein, um den Nachbarn nicht ihr armseliges, aus Kaffee und trockenem Brot bestehendes Nachtmahl zu zeigen, während ihre Hofleute, die Weinbergsarbeiter, bei Bier und Fleisch den Tag beschließen.
So kommt es aber auch, dass trotz aller Sorgen und sozialen Missverhältnisse die kleinen und mittleren Besitzer keine Proletarier geworden sind, sondern ohne Murren und Lärmen als tapfere und freie Söhne ihres von alters her freien Landes durchgehalten haben, bis ihnen das letzte Jahr wieder Sonne und Segen gab. Und dass trotz allem niemals die Kunde von irgendeiner unsauberen oder unehrlichen Handlungsweise aus den Kreisen dieser sich selbst wie ihre Weine fein und rein haltenden Rheingauer in die Welt gedrungen ist.
„Denn der ‚pure Riesling‘, den sie erzeugen, ist das Ehrenbanner der Rheingauer Winzer“
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Denn der „pure Riesling“, den sie erzeugen, ist das Ehrenbanner der Winzer, das über die üppig grünen Hügel und Halden in diesen tropisch heißen Lenztagen gar glänzend flattert und ein seltsam lautes und buntes Treiben verursacht. Die Kelterhalle der Winzervereine, die Proberäume der Güter und die Festsäle der Gaststätten können die Scharen der Neugierigen und Händler, der Kommissionäre und Kenner kaum fassen, die des Elfers Sonne und Segen schlürfen wollen. Und es sind gar vornehme und edle Söhne, die aus den Kellern der Rheingauer Bürger ans Licht steigen und das Lob ihrer Väter in ihrem großen und stolzen „Körper“ tragen. Mag ihr Erzeuger Franz Herber heißen und Oekonomierat in Eltville sein, oder als Heinrich Kimmel in dem lustigen und luftigen Rauenthal zu den größten Besitzern des Landes zählen, sie brauchen nicht mehr voll Neid zu ihren fürstlichen und gräflichen Nachbarn emporzusehen. Schwindet doch immer mehr das früher in der besseren Bodenbearbeitung und auch in der suggestiven Macht des Namens begründete Vorurteil, das zugunsten des adeligen Besitzes diesen und seine Produkte in unverhältnismäßig hoher Weise bewertete. Und wer von den erlauchten Herren des Gaues wollte nicht zugestehen, dass der Keller des gelehrten Dr. Weil in Kiedrich zu den berühmtesten des Gaues zählt und „Spitzen“ beherbergt, die von keiner noch so edlen und adeligen Auslese übertroffen werden.
[Dr. Weil in Kiedrich]
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So eigenartig wie die malerische Umwelt dieses reichen Besitzes, so duftig wie die bunte Freskenpracht des wundervollen gotischen Haues und so vornehm wie der mit Geist und Geschmack geschaffene Innenausbau der Treppen und Säle, ist die rassige und duftige Reine der Weine drunten im Keller, von denen alljährlich eine erkleckliche Menge für den Bedarf des deutschen Kaisers ausgewählt wird, der eine verständliche Vorliebe für die bukettreichen, vollen und stahligen Kiedricher hat. Eine Vorliebe, die nicht nur bei den meisten festlichen Gelegenheiten den „Kiedricher Berg“ des Dr. Weil auf der Karte des Hofes prangen lässt, sondern auch die ausländischen Höfe, die der Kaiser besucht, veranlasst, für seinen Gast seinen Lieblingswein aus dem fernen Kiedrich zu beziehen.
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Dr. Weil hat das Grundstück vor Jahrzehnten von dem englischen Baronet John Sutton erworben und das Haus in seiner heutigen Gestalt aufgebaut. Das Glück ist hierbei auch auf ihn übergegangen, das der englische Rheinfreund in so reichem Maße nach Kiedrich getragen hat. Denn John Sutton ist der eigentliche Entdecker der künstlerischen Werte und malerischen Reize dieses alten keltischen Platzes geworden und hat Unsummen für die Wiedererweckung der vielen von der Zeit übertünchten und mit der Zeit vergessenen Herrlichkeiten des Ortes ausgegeben. Ein ähnliches, von höchstem Verständnis und größter Liebe getragenes Wirken für das Wohl des Landes liegt schließlich auch in der unendlichen Mühe, die heute Adelige und Bürger dem Weinberg und seiner Bewirtschaftung widmen und die dem Dr. Weil auf den steilen nach Süden gerichteten Hängen des sagenreichen Scharfenstein einen so herrlichen Turmberger herbsten lässt und nebenbei des Gräfenbergers berühmtes Wachstum erzeugt.
[Weitere Bannerträger des Rheingaus]
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Denn so wie dieser hochgebildete und unermüdliche Weinbauer sind alle von dem Ehrgeiz, das Beste zu erzielen, beseelt. Wie sie auch heißen mögen, die Kohlhaas in Erbach, die Douffrain in Hattenheim, die Engelmann in Hallgarten, die Rasch oder Schneider, die Windolf oder Winkel in Oestrich, die Brentano in Winkel, die Böhm in Mittelheim, die Hissnauer in Geisenheim, die Krayer in Johannisberg, die Espenschied in Rüdesheim, sie alle sind Bannerträger ihres Gaues. Ihre Kellereien darf ich unbesorgt zu den berühmtesten rechnen, denn ihre Namen sind eine Zierde jeder Weinkarte der Welt. Unter ihnen sind viele, deren Besitztum wie bei den Burgeffs in Geisenheim seit Jahrhunderten in der Familie ist, und die Geschichte manches dieser bürgerlichen Häuser ist zugleich die Geschichte der genannten Ortschaften mit dem ganzen beständigen Wechsel von Glück und Not und der ganzen beständigen Gleichmäßigkeit von Hoffen und Glauben, von Roden und Ringen, das den Weinbau in gleichem Maße zur Last du zur Lust seines Herren werden lässt.
Doch der bäuerliche Schollenstolz und gleichzeitig die bürgerliche Unternehmungslust der Bewohner haben es fertiggebracht, dass trotz der Unrentabilität des Weinbaues, trotz der gesteigerten Anforderungen der Arbeiter und der Zeit das Roden und Anbauen von Weinbergen immer mehr zugenommen hat. Ist doch die mit Wein bebaute Fläche von 2.308 ha im Jahre 1900 auf 2.418 im Jahre 1911 gewachsen [2025: 3.117 ha, SP]. Und ist doch der Glaube an die Wiederkehr besserer Zeiten so stark in den Weinbauern, dass sie ohne Bedenken, trotz ihrer eigenen schwierigen Lage, die Löhne ihrer Hofleute bedeutend erhöht haben, als jüngst mit der „Sabotage“1 einzelner Wingerte in Rüdesheim der kläglich misslungene Versuch gemacht wurde, in ihrem Rheingau sozialdemokratische „Aufklärungs- und Kulturarbeit“ einzuführen.
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Die Aussichten sind denn auch, wenn die prachtvoll ausgetriebenen Gescheine dieses Jahres einigermaßen wie die Winzer den Feinden ihres Seins zu trotzen wissen, ganz gute zu nennen. Die Preise der Weine sind entsprechend ihrem höheren Werte gestiegen, seitdem das Weingesetz2 den Ortslagen und Lagen einen kräftigen Schutz verleiht und die Missachtung wettmacht, unter die früher die ungezuckerten reinen Rheingauer bei dem gänzlich verbildeten Geschmack des Publikums – besonders in Norddeutschland – zu leiden hatten. Seitdem prangen auch die Weine der Winzervereine, die den größten Teil der kleinen Besitzer repräsentieren, als reine Erzeugnisse rasch berühmt gewordener Großkellereien auf jeder besseren Karte. Und das will schon etwas heißen. Denn in 2.623 Betrieben gleich 86 v.[on] H.[undert] der gesamten des Rheingaues war der Besitz nach einer Statistik von 1900 nicht größer als ein Hektar!
[Das Haus Wilhemj]
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In ähnlicher Weise verdankt droben in Johannisberg das Haus Klein seinen Weltruf hauptsächlich der Pflege der Kreszenzen seines eigenen bedeutenden Besitzes, während drunten in Hattenheim der „Weinkaiser“ Wilhelmj seinen von niemanden seither wieder erreichten Namen von seiner geradezu einzigartigen Sammlung alter und neuer Raritäten des Rheingaues erhielt. Es gehört mehr als der hier zur Verfügung stehende Raum dazu, die Geschichte dieses berühmten Kellers und seines Gründers zu schreiben. Denn es ist zu seltsam, wie dieser nassauische Rechtsanwalt zuerst aus fanatischer Liebe die seltensten und feinsten Weine sammelte und dann gezwungen wurde, aus seinem immer größeren Überfluss ein Geschäft zu machen, das sich bald durch den Kauf aller erreichbaren Güter zu dem größten Privatbesitz des Rheingaues entwickelte. Es ist zu seltsam, wie dann eine fast unglaubliche Gastfreundschaft in die Hallen, Gärten und Keller Besucher zog – wie Journalistentage und Journalistenkongresse hier in den Proben der feinsten Weine der Welt den Höhepunkt ihrer Festlichkeiten fanden – wie es keinen Kaiser und Fürsten, keinen Großen der Welt gab, der nicht des Oberkurators Wilhemij berühmte Weine als Lebens- und Kraftspender gelobt und geehrt hätte.
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Und es ist zu seltsam, wie dann mit der Taufe des 65.000 Flaschen haltenden Hattenheimer Riesenfasses durch Emil Rittershaus3 das Maß des Glücks des alten Wilhelmj, dessen Sohn August der Geigerkönig4 war, voll geworden zu sein schien. Und es ist zu seltsam, wie dann ein langsames Verblassen eines Glanzes ohnegleichen eintrat. Denn niemals und nirgends vor und nachher hat am Rhein eine tollere bacchantinische Lustigkeit getobt als in den Kellern zu Hattenheim und im Schloss Reichartshausen, die gleichfalls (nebenbei die ältesten im Rheingau) der Firma zu eigen waren und sind. Denn neues Leben ist nach der Liquidation des Geschäftes und dem Tode der Alten in den großen Räumen erwacht. Und wenn auch der Privatbesitz bis auf den Pfaffenberg drunten am Rhein aus geschäftlichen Gründen wieder abgestoßen ist, so lagert doch noch eine erkleckliche Zahl Wilhelmjscher Flasche in den weiten Kellern und gibt den vielen jüngeren Brüdern in den bauchigen Fässern Kunde von altem Glanz und Ruhm.
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Mich selbst aber zieht es von dieser Stätte alter Herrlichkeit immer wieder wie einst den weinseligen und rheinfröhlichen Rittershaus unbewusst gen Assmannshausen, wo in der „Krone“ die hallenden Keller und die Wände aller Zimmer von Freiligrath bis Lauff5 eine Literatur- und Kunstgeschichte in Bildern sind und die Blätter der Weinlauben im Abendwinde zittern, als lauschten sie bewegt der gereimten Rede deutscher Poeten. Und dann ist es mir, als ob ich nebenbei im „Anker“ noch nachsehen müsste, ob Bismarcks Bestellbriefe auf goldenen Rüdesheimer und goldenen Assmannshäuser noch am alten Platze hängen – stolze Zeugen unserer prächtigen, im Freuen und Schaffen unermüdlichen Bürgerbauern!
[Die Lehranstalt in Geisenheim]
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Trägt mich dann die Eisenbahn, dieser Völker und Menschen einende Mittler, in heller Morgenstunde in den Alltag zurück, so öffne ich hinter Rüdesheim die Fenster und lasse die Augen sich satt trinken an der bunten Blütenpracht, die hier aus den weiten Feldern und Gärten der Geisenheimer Königlichen Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau mir entgegen lacht. In dieser „Pomologie“ liegt der eigentliche Ansporn zum Vorwärtsschreiten und der Schlüssel zum Erfolg unseres modernen Rheingauer Weinbaues. Dieses glänzend eingerichtete Institut ist unter der Leitung des hochverdienten Geheimrats Wortmann6, dem der ebenso angesehene wie sachverständige und unermüdlich tätige Professor Lüstner7 eine starke Stütze ist, zu den bedeutendsten seiner Art in der ganzen Welt geworden. Wohl steht der Weinbauer im Durchschnitt der Theorie, die hier ihren Sitz hat, wie allem „Gelehrtenkram“, nicht gerade freundlich gegenüber. Doch hindert das ihn nicht, sei er von gräflichem oder bürgerlichen Stamme, seinen Sohn auf die „Pomologie“ zu schicke, damit er mit tieferem Verständnis dem Werden und Wachsen seines Weines gegenüberstehe und mit den besseren Waffen des Wissens ausgerüstet, in den Kampf gegen seine und des Weines Feinde ziehe.
„die Rheingauer Weine … die Königsweine der Welt“
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Es hindert ihn auch nicht, alles Gute, das von Geisenheim kommt, getreu seiner glänzenden Aufnahmefähigkeit, oft allzu unverarbeitet in den Dienst seines Gewerbes zu stellen und bei irgendeinem Misserfolg in echt deutscher Weise gewaltig auf die Geisenheimer Doktoren zu schimpfen. Diese sehen ihren schönsten und sichtbaren Lohn in der immer verständnisvoller werdenden Weinbergspflege und Kellerbehandlung und in der immer größer werdenden Güte ihrer Erzeugnisse. Womit beiden Teilen geholfen ist und wobei auch der Rheinweintrinker nicht zu kurz kommt. Kann er doch überzeugt sein, dass die Rheingauer Weine als die Königsweine der Welt in den fürstlichen, gräflichen und bürgerlichen Kellern des Rheingaues gleich würdig und liebevoll gehegt und gepflegt werden, damit ihr Genuss auf seinen Lippen das fröhliche Echo erwecke, dessen Worte „wie vor Alters“ unsere Rheingauer Weine in die Welt jubeln: Gesegnet sei der Rhein!
Von Heinz Gorrenz, Wiesbaden. In: Der Weinkenner, XX. Jahrgang, Nr. 5/6: Februar/März 1917
Anmerkungen
Die einzig überlieferte vollständige Ausgabe des „Weinkenners“ wurde 2025 wiederentdeckt. Seitdem werden auf Sur-la-pointe einzelne Artikel wieder abgedruckt. Die dazugehörige Geschichte habe ich in der FAZ publiziert (Bezahlschranke). Daneben gibt es auch einen Text hier auf Sur-la-pointe.
1 In Berichten der Jahre 1911 und 1912 werden von Winzern durchgeführte „Sabotageakte“ in Weinbergen erwähnt, für die Arbeitersyndikate verantwortlich gemacht wurden, allerdings in Frankreich und nicht im Rheingau.
2 Das Weingesetz vom 7. April 1909 enthielt unter anderem die erste gesetzliche Definition von Wein und die Festlegung von bestimmten Anbaugebieten.
3 Friedrich Emil Rittershaus, Pseudonym Friedrich Emil Viggo (* 3. April 1834 in Barmen; † 8. März 1897 ebenda), war ein deutscher Kaufmann und Dichter.
4 August Emil Daniel Ferdinand Viktor Wilhelmj (* 21. September 1845 in Usingen; † 22. Januar 1908 in London) war einer der bedeutendsten deutschen Violin-Virtuosen des 19. Jahrhunderts und ging als gefeierter „Geigerkönig“ (oder auch als „deutscher Paganini“) in die Musikgeschichte ein.
5 Joseph Lauff, seit 1913 von Lauff (* 16. November 1855 in Köln; † 20. August 1933 in Cochem-Sehl), war ein preußischer Oberstleutnant und Schriftsteller.
6 Julius Wortmann (* 15. August 1856 in Höxter, Provinz Westfalen; † 28. Juni 1925 in Boppard) war ein deutscher Mykologe. Als Nachfolger von Professor Hermann Müller (Thurgau) wurde er 1891 bis 1903 Leiter der Pflanzenphysiologischen Versuchsstation in Geisenheim. 1903 wurde er dort zum Professor und Vorstand der pflanzenphysiologischen Versuchsstation ernannt. Wortmanns Forschungsschwerpunkt in Geisenheim war die Gärungsphysiologie. Er erkannte frühzeitig den praktischen Wert einer wissenschaftlich fundierten Gärungskunde und gründete 1894 am Standort Geisenheim die erste Hefereinzuchtstation. Diese Station leitete er bis zum Jahre 1924. Von 1903 bis 1921 war Wortmann Direktor der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim. Er folgte Rudolf Goethe im Vorsitz der preußischen Rebenveredlungskommission, wo er bis 1924 tätig war. 1907 wurde Julius Wortmann zum Geheimen Regierungsrat ernannt.
7 Gustav Lüstner (* 8. Oktober1869 in Bad Ems; † 17. Februar 1947 in Geisenheim) war ab 1897 Professor an der Lehranstalt Geisenheim. Als Heimatforscher veröffentlichte er Aufsätze zur Geschichte des Rheingaus.
Bildrechte
Die Fotos aus dem „Weinkenner“, der 1962er Rauenthaler sowie das Bild vom Gutshaus Weil: Stefan Pegatzky / Time Tunnel Images.
Die Aquarelle und Stahlstiche von Oestrich-Winkel, Kiedricher Scharfenstein sowie Hochheim: LAGIS (Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen).
Die Etiketten Turmberg und Aulweg stammen aus dem Weinetiketten-Archiv des DFWS.
Brentanosches Haus: Hanns von Zobeltitz: Der Wein. Bielefeld und Leipzig 1901.
Innenhof des Weingutes Wilhelmj in Hattenheim. In:
Werbeflyer „Weinprobe im Jahre 1889 vor dem Hattenheimer Riesenfass“ von Wilhemj: Wikipedia Creative Common
Blick auf Assmannshausen um 1900 (Gebäude ganz rechts ist das Restaurant „Anker“): Gemeinfrei, das
Königliche Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau: Postkarte der alten Parkanlage (gemeinfrei), Hochschule Geisenheim
